Pravidlá PPWR a EPR pre malé európske e-shopy

Neue PPWR-Regeln: Europäische Bürokratie belastet kleine Webshops

Seit dem 12. August 2026 gilt die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). Das Ziel ist gut: weniger Verpackungsabfall, mehr Recycling und Unternehmen an den Kosten für die Verarbeitung ihrer Verpackungen beteiligen.

Ich unterstütze dieses Prinzip. Für kleine Webshops, die in viele EU-Länder verkaufen, ist die Umsetzung jedoch schlicht unbezahlbar. Sie müssen sich in jedem Land registrieren, Meldungen abgeben und lokale Vorschriften einhalten.

7.000 € ausgeben für 127 € Recyclingbeitrag

Angenommen, ein kleiner Webshop verschickt 10.000 Pakete pro Jahr, verteilt auf alle 27 EU-Länder. Der Recyclingbeitrag für das Verpackungsmaterial wird auf nur etwa 127 € pro Jahr geschätzt.

Zusätzlich sind in jedem Land Registrierungen und Meldungen erforderlich. In manchen Ländern kann sogar ein lokaler Bevollmächtigter vorgeschrieben sein. Auf Grundlage der Tarife von Lizenzero können die Kosten für 27 Länder auf etwa 6.862 € pro Jahr steigen.

Und dabei handelt es sich nur um die externen Compliance-Kosten. Ein Webshop muss außerdem Fristen, Meldungen und Nachweise verwalten: jedes Jahr viele zusätzliche Stunden Verwaltungsaufwand.

Damit kostet das System extern fast 7.000 € pro Jahr, während nur 127 € ins Recycling fließen. Die übrigen 6.862 € entfallen auf administrative Verpflichtungen.

Die niederländische Handelskammer (KVK) bestätigt, dass die Verpackungsregeln auch für kleine Webshops gelten und dass die EU-Länder sie jeweils separat umsetzen, mit eigenen Registrierungen und Meldungen. Genau das macht grenzüberschreitenden Verkauf für kleine Unternehmen so teuer und komplex.

Nicht das Recycling ist unbezahlbar. Für kleine Webshops ist es das System drumherum.

Das passiert bereits in der Praxis

Die Folgen der neuen Regeln sind für kleine Unternehmer längst kein theoretisches Szenario mehr. Sie sind bereits sichtbar.

In meinem eigenen Fall hat Amazon angekündigt, meine Verkäufe in Schweden einzustellen, und zwar aufgrund der Compliance-Anforderungen rund um die Verpackungsverantwortung. Dadurch verliere ich faktisch den Zugang zu einem europäischen Absatzmarkt. Ein niederländischer Webshop, der an europäische Verbraucher verkaufen möchte, kann also durch nationale administrative Verpflichtungen von einem anderen EU-Land abgeschnitten werden.

Ich bin damit nicht allein. Auf Instagram sehe ich inzwischen Hunderte Unternehmer, die angeben, den Versand in bestimmte EU-Länder vorübergehend einzustellen oder einzuschränken. Einige schließen kleinere Märkte vollständig aus, andere warten ab, bis klarer ist, wie die Regeln in der Praxis umgesetzt werden und welche Kosten entstehen.

Am Ende bedeutet das auch weniger Auswahl für Verbraucher und einen größeren Skalenvorteil für die größten Plattformen.

Neue Regeln verschaffen großen Unternehmen einen Vorteil

Für große Unternehmen sind solche Fixkosten relativ gering, weil sie auf Millionen von Bestellungen verteilt werden. Für einen kleinen Webshop mit nur wenigen Hundert Bestellungen in einem Land können dieselben Kosten höher sein als der dort erzielte Ertrag.

Amazon bietet inzwischen kostenpflichtige EPR-Dienste an. Über EPR Pay on Behalf übernimmt Amazon Verpflichtungen gegen Servicegebühren zusätzlich zum Recyclingbeitrag. Damit ist EPR für Amazon nicht nur eine Verpflichtung, sondern auch ein Geschäftsmodell.

Die Folge kann sein, dass kleine Webshops bestimmte EU-Länder nicht mehr beliefern. Auch Verbraucher sind betroffen: weniger Auswahl und weniger Zugang zu kleineren europäischen Shops.

Ein europäischer Markt braucht ein System

Das könnte einfacher sein. Unternehmen sollten entsprechend der Menge des verwendeten Verpackungsmaterials zahlen, aber die Verwaltung sollte auf europäischer Ebene organisiert werden.

Mit einer europäischen Registrierung und einem einzigen Online-Portal müsste ein Webshop nur einmal melden, wie viel Verpackungsmaterial in jedes Land verschickt wurde. Anschließend könnten die Beiträge auf die Mitgliedstaaten verteilt werden.

Zusätzlich sollten einfachere Regeln für kleine Unternehmen gelten. Wer nur einige Hundert Pakete pro Jahr in ein Land verschickt, sollte nicht denselben Verwaltungsaufwand haben wie ein multinationaler Konzern mit Millionen Sendungen.

PPWR in den Medien: Beiträge von Dave von Gunderwear

RTL Nieuws berichtete über die Folgen der PPWR für kleine Webshops. Für den Artikel „Neue Verpackungsregeln sorgen für Probleme bei kleinen Webshops“ habe ich Input geliefert. RTL verweist darin auch auf diesen Blog für weitere Hintergründe.

Am Donnerstag, den 13. August 2026 sprach ich mit Thomas van Zijl in BNR Zakendoen auf BNR Nieuwsradio über die Folgen der PPWR für kleine Webshops. Das Interview kann ab Minute 46:00 auf Spotify nachgehört werden.

Am Samstag, den 22. August 2026 erschien in De Telegraaf der Artikel „Neue Verpackungsregeln bescheren Unternehmer Dave einen bürokratischen Albtraum“, für den ich zu den Folgen der PPWR für kleine Webshops interviewt wurde. Der Artikel erschien an diesem Tag auch in der Samstagsausgabe der Zeitung. Hinweis: Der Online-Artikel befindet sich hinter einer Paywall.

Für Medien und Journalisten: Möchtest du weitere Hintergründe, eine Stellungnahme oder ein Interview zu den Folgen der PPWR für kleine Webshops? Dann nimm über die Kontaktseite Kontakt auf.

Willst du, dass sich etwas ändert? Mach dich bemerkbar

Das betrifft nicht nur Unternehmer. Wenn kleinere Shops bestimmte EU-Länder nicht mehr beliefern, haben Verbraucher weniger Auswahl. Deshalb können sowohl Unternehmen als auch Verbraucher etwas tun.

Unternehmen: Gib über das Have Your Say-Portal der Europäischen Kommission Feedback zur Funktionsweise der EPR-Systeme in der EU. Deine Erfahrungen können dazu beitragen, die Regeln fairer und praktikabler zu machen.

Verbraucher: Unterzeichne die Petition und zeige, dass du faire und umsetzbare Regeln unterstützt. Weniger kleine Webshops auf europäischen Märkten bedeuten letztlich auch weniger Auswahl für Verbraucher.

Unterstütze EUMEM: EUMEM ist eine Initiative von Unternehmern und anderen Beteiligten, die sich für fairere EPR-Regeln und eine De-minimis-Schwelle für Kleinstunternehmen einsetzt. Damit soll verhindert werden, dass die administrativen Lasten und Kosten der EPR-Regeln kleine Unternehmen unverhältnismäßig stark treffen. Folge EUMEM auf Instagram und hilf, ihre Botschaft weiterzuverbreiten.

Gunderwear ist der 2018 von Dave Verzijl gegründete Webshop für Premium-Herrenunterwäsche, Bademode und Clubwear internationaler Marken, mit Kunden in den Niederlanden, im übrigen Europa und darüber hinaus.

Dave von Gunderwear

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